Begeistert von Pizza und Käse
Kanadische Austauschschülerin Sonja Olsson besuchte zehn Wochen das Göttenbach-Gymnasium
Zehn Wochen war die 15-jährige Kanadierin Sonja Olsson als Austauschschülerin auf dem Göttenbach-Gymnasium und lebte bei einer Gastfamilie. Dabei fiel ihr Urteil über das deutsche Essen deutlich besser aus als über unser Schulsystem.

„Es gibt eigentlich keine großen Unterschiede zwischen der Art, wie man in Kanada und in Deutschland lebt“, resümiert die 15-Jährige ihre Erfahrungen. „Aber es gibt viele kleine Unterschiede, und die summieren sich dann doch zu einem großen.“ Positiv sind ihr vor allem zwei Dinge aufgefallen. Zum einen das Essen – neben der ihr vorher unbekannten Vielfalt bei Wurst und Käse, wird sie sich vor allem an Pizza und Spaghetti-Eis als Glanzlichter deutscher Speisekultur erinnern. Und noch einen Eindruck wird die Kanadierin mit in ihre Heimat zurücknehmen: Die Menge historischer Gebäude und alter Kultur, die sie in Deutschland, aber auch bei den Reisen mit ihrer Gastfamilie in die Schweiz und nach Italien bewundern konnte.
Weniger eindrucksvoll fand Sonja dagegen das deutsche Schulsystem, wenn sie auch aufgrund ihrer geringen Sprachkenntnisse – sie hatte vorher nur eineinhalb Jahre Deutschunterricht – nicht voll in einen normalen Klassenablauf integriert war und auch nicht an allen Fächern teilnehmen konnte. „In Kanada ist das Verhältnis zwischen Lehrern und Schüler wesentlich offener und persönlicher “, sagt sie. Auch Ausfallstunden kennt sie keine. Ebenso ist sie auf ihrer zwölf Schuljahre dauernden Gesamtschule nicht die große Anzahl von Fächern mit ständigem Lehrerwechsel gewohnt. „Es gibt in jedem Halbjahr nur vier Fächer, die dann jeden Tag unterrichtet werden. Ich glaube, da bleibt bei den Schülern am Ende mehr hängen.“
Der Ansicht ist auch Berit. „Ich hatte in der Zeit, in der ich in Kanada war, das Fach Socials, eine Kombination aus Geschichte, Sozialkunde und Geografie“, berichtet sie. „Wir haben da den Ersten Weltkrieg durchgenommen. Das war deutlich intensiver als bei uns, davon habe ich dann sehr profitiert, als wir das Thema anschließend hier hatten.“ Und Sonja hat auch eine Erklärung dafür. „Hier unterrichten die Lehrer sehr stark aus den Büchern, oft spricht nur der Lehrer, und dadurch wird der Unterricht ziemlich langweilig. In Kanada ist das mehr ein Gespräch, an dem sich alle beteiligen.“(jst)